Kennen Sie die Gesamtkosten Ihrer Immobilienfinanzierung?

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Kennen Sie die Gesamtkosten Ihrer Immobilienfinanzierung?

Der Immobilienboom in Deutschland ist seit Jahren ungebrochen. Getrieben durch das anhaltend niedrige Zinsniveau denken mehr und mehr Menschen über den Erwerb von Wohneigentum nach. Entweder zur Eigennutzung oder zur Vermietung. Aufgrund der insbesondere in den Ballungszentren überhitzten Marktlage und den Druck, den viele Makler auf die Kaufinteressenten ausüben, fühlen sich viele Menschen zu einer schnellen Kaufentscheidung gedrängt. Dadurch werden zum einen Kaufentscheidungen immer öfter vorschnell getroffen, zum anderen bleibt nicht genügend Zeit für die fundierte Auswahl einer passenden Finanzierungslösung.

Oft beschränken sich die angehenden Immobilienbesitzer daher leider darauf, die vermeintlich leicht zu vergleichenden Zinskonditionen zu vergleichen und erkennen leider viel zu spät, dass die Zinskondition nur ein Kostenfaktor bei einer Immobilienfinanzierung ist. Auch der vermeintlich einfache Vergleich von Effektivzinsen, die ja schließlich sämtliche Kosten der Finanzierung abbilden sollen, ist leider nicht zielführend. Spätestens seit Einführung der Verbraucherkreditrichtlinie im Jahr 2010 muss der Effektivzins über die Gesamtlaufzeit der Finanzierung berechnet werden und unterliegt daher verschiedenen Annahmen. Hierzu in einem späteren Beitrag mehr.

Hinzu kommt, dass viele Banken in der heutigen Zeit mit sinkenden Margen zu kämpfen haben. Aus diesem Grund suchen sie andere Einnahmequellen und haben hierzu den Bausparvertrag neu für sich entdeckt. Gerade Finanzierungslösungen mit Bausparverträgen haben neben einzelnen Vorteilen auch einige Nachteile. Insbesondere sind viele Kosten neben dem eigentlichen Zins aufzubringen, zum Beispiel die Abschlussgebühr, eine sogenannte Tarifgebühr, oder die Darlehensgebühr bzw. das Agio.

Selbst bei einem klassischen Annuitätendarlehen über beispielsweise 200.000,-€ kann sogar bei identischem Zinssatz ein Tilgungsunterschied von nur 0,5 Prozentpunkten zu einem Kostenunterschied von bis zu 20.000 € führen. Hätten Sie das für möglich gehalten?

Auch wenn eine Frage heute sicherlich nicht zu klären ist, nämlich wie das Zinsniveau in 10, 15, 20 oder noch mehr Jahren aussehen wird, können Sie sich mit ein paar gezielten Fragestellungen bereits heute ein sehr genaues Bild Ihrer Kosten machen.

Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Monatsrate heute und in 10 oder 15 Jahren über einen längeren Zeitraum angemessen in Ihr Budget passt. Eine zu hohe Rate für schnell zu Unzufriedenheit. Seien Sie deshalb bei dieser Frage besonders ehrlich zu sich selbst!

Wann soll Ihre neue Immobilie spätestens abbezahlt sein? Die Antwort auf diese Frage bestimmt entscheidend, ob bei Ihrer gewünschten Monatsrate bei gegebenen Zinssätzen die Finanzierung sinnvoll darstellbar ist.

Machen Sie sich auch Gedanken darüber, welches Zinsniveau Sie in 10 oder 15 Jahren für realistisch halten. Natürlich kann dies nur eine Annahme sein. Sie hilft Ihnen jedoch entscheidend dabei, verschiedene Finanzierungslösungen zu vergleichen. Wenn Sie sich nicht festlegen möchten, können Sie auch mit zwei unterschiedlichen Zinssätzen für die Anschlusszinsbindung rechnen, z.B. 5% und 7%.

Wenn Sie auf der Suche nach einer Immobilienfinanzierung sind, gehen Sie mit diesen Annahmen in die Beratungsgespräche, um verschiedene Angebote objektiv zu vergleichen. Fragen Sie Ihren Berater nach den Gesamtkosten seiner Finanzierungslösung und achten Sie genau darauf, dass er Ihre Vorgaben einhält. Denn nur die Gesamtkosten einer Finanzierungslösung über die Gesamtlaufzeit unter Einhaltung der vorgegebenen Annahmen sind wirklich transparent vergleichbar.

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